Neben der Reichsstadt Dortmund, der einzigen in Westfalen,
gab es nur in Paderborn einen königlichen Hof.
Münster und das Münsterland waren,
mit wenigen personalen Ausnahmen wie dem Bischof Hermann von Katzenellnbogen, königsfern, deutsche Könige
zogen meistens auf dem Hellweg und am
östlichen Münsterland vorbei in den Norden.
Im 12. Jahrhundert lag die vom Kaiser Lothar III. noch fest unter
sächsischem Herzogsverband stehenden Bistümer (Münster wurde 1121
unterworfen) am Rande des Einflußgebiets
Heinrichs des Löwen. Im allgemeinen wurden sie in ihrer Entwicklung
vernachlässigt, denn es kam, anders als im ,ostfälischen` und wendischen Gebiet
nicht zu Stadtgründungen und Landeserschließung: ,,Die Städtepolitik
Heinrichs des Löwen 3#3...4#4 wirkt in Westfalen offensichtlich nur als
Bremse gegen eine selbständige Städtepolitik der emporstrebenden, aber von
ihm im Zaune gehaltenen Fürsten und kleineren
Dynasten.``
Nach seinem Sturz
1180 kommt es zu einem ,Aufblühen` Westfalens mit einer
hohen Zahl von Städtebildungen bis etwa 1350.