Das Kernmünsterland liegt etwa in der Mulde zwischen den Baum- und den
Beckumer Bergen, die von max. 186m bzw. 175m auf 60m
heruntergeht. Der Boden
besteht weitgehend aus Lehm bzw. ist ein Kleiboden, der den hohen
Niederschlag in der Region nur wenig durchläßt. Mit einer hohen
Basensättigung des Bodens kombiniert, ergibt dies gute Voraussetzungen für
den Ackerbau. So wird das Landschaftsbild bestimmt durch Waldstücke, Weide und
Ackerflächen.
Dieses waren optimale Bedingungen für einen bereits seit dem frühen
Mittelalter bekannten Zug von Rindern aus dem Friesland zu den Märkten des
Rheins, die im Münsterland gut grasen konnten und den Durchgangscharakter der
Gegend mit formten.
Im Ostmünsterland, das sich zwischen den Schichtkämmen des Osning und dem Paderborner Hochplateau befindet, ist der Boden sandiger als im Kernmünsterland. Dieses ist auf die Emstalung zurückzuführen. Die Landschaft ist geprägt durch Waldflächen und viele kleinere Flüsse, die in die Ems münden und die teilweise auch zu Moorbildung führen kann.
Die Niederungen des Westmünsterlandes, vor allem an der Lippe, sind
versandet;
nach Westen hin zeichnet es sich durch eine Heidelandschaft aus, wie sie sich
auch in Holland findet. Durch die Öffnung nach Westen hin ist dieses Gebiet
den maritimen Klimabedingungen und einem erhöhten Regenniederschlag
ausgesetzt, was an den Niederungen auch zu Moorbildungen führt.
Ausgeglichenen Temperaturen, gute
Feuchtigkeitsbedingungen und ein fruchtbarer Torfboden
ermöglichen eine lange Vegetationsdauer
von durchschnittlich 235 Tagen und damit eine stärkere Grünlandwirtschaft als im
Kern- und Ostmünsterland.
Damit sind die natürlichen Rahmenbedingungen benannt, unter denen sich langsam eine Zivilisation mit Straßen, Handel, Städten und christlicher Missionierung entwickelte. Das Münsterland besteht aus drei unterschiedlichen Landschaften, die sich aber alle besonders durch die Landwirtschaft auszeichnen. Mit Ausnahme von Leinen und Sandstein gibt es nur wenige ,Rohstoffe`, die ein Exportgewerbe hätten begründen können. Die relativ flache Landschaft ermöglicht eine leichte Durchquerung des Landes, und Wiesen erlauben das Grasen von Herden auf dem Weg zum Rhein.