Sonnenallee: Heike Ponwitz. Übergang

Heike Ponwitz thematisiert in ihrem ebenfalls Übergang genannten Werk das Verschwinden des Grenzübergangs in der Sonnnenallee. An der Stelle der ehemaligen Grenze hat sie am Straßenrand (geplant waren sie im begrünten Mittelstreifen der Straße) zwei Fernrohre aufgestellt, wie sie an Touristenorten und auch auf der Westseite der Mauer üblich sind bzw. waren.

In dieser Wohngegend, in der sich 60er Jahre Wohnungsbau Ost und West in erschlagender Ähnlichkeit gegenüberstehen, fällt der Schnitt zwischen zwei Systemen inzwischen nicht mehr auf. Die meisten der vorbeifahrenden Autofahrer werden den alltäglichen Übergang wohl nicht bemerken. Heike Ponwitz materialisiert die Idee des Übergangs in Form von in die Linsen der Fernrohre geätzten Worte «Übergang». ,,Im Blickfeld des Betrachters wird das Wort ,Übergang` zum Mittelpunkt der wechselnden Augenblicke``. Das Problem der Grenze und die Vielschichtigkeit der Übergänge wird in den Kopf der Betrachter zurückverlagert. ,,Jeder guckt durch, aber keiner findet seine Klischées bestätigt.`` (Wolfgang Kil im Interview mit dem Scheinschlag, 20/96)

Die Fernhohre erinnern auch an die Überwachungsanlagen der Grenzsoldaten. In einfacher Form verweisen sie auf das Beobachten von Menschen und Grenzstreifen mit Hilfe auch von Sichtgeräten. Sichtgeräte, wie sie in ähnlicher Form vielleicht auch von Nachbarn benutzt werden, um sich gegenseitig zu beobachten. Der Übergang vom Privaten zum Öffentlichen ist nur ein kleiner.



Ergebnisse Oberbaumbrücke: Thorsten Goldberg. Stein-Papier-Schere Rezeption