Für den Übergang Invalidenstraße entwarf Gabriele Basch ein Bodenmosaik,
das den gesamten Gehweg in einer Länge von 34 Metern
über die Sandkrugbrücke abdeckt. Die Mosaike
sind in grün-grauen Farbtönen gehalten und bilden Logos und Pictogramme
von Ost- und Westprodukten ab. Es sind Produktem, die den Menschen in Ost und West in der Werbung alltäglich
begegnet sind. Diese ,,visuellen Kommunikationsmittel der
Gesellschaft``(Gabriele Basch) sind in ihren Konturen unscharf
und gehen teilweise ineinander über. Das führt im konkreten Fall dazu,
daß man auf der Brücke fast nichts davon erkennen kann.
Die Ikonografie des Alltags wirft
ihre Schatten auf den Übergangsbereich zwischen zwei Systemen. In dieser
Schnittmenge zwischen zwei Bildsprachen könnte eine Symbiose zu einer neuen
Formensprache entstehen, wenn auf die Trennschärfen verzichtet wird.
Gabriele Bascher will offensichtlich beide Teile Deutschlands zu einem
,,ideelen Ganzen`` (Gabriele Basch) verschmelzen. Obwohl die
Arbeit auch für den Übergang Heinrich-Heine-Platz geplant wurde, passt sie
sich hier auf die Topographie des Übergangs auf einer Brücke angemessener
ein.
Die Warenzeichen als Schatten der Gesellschaft wirken eher wie hilflose
Zeichen der Unverständnis. Die Werbung begleitet zwar die Menschen
tagtäglich, doch ist es zu bezweifeln, daß sie das Wesen einer Gesellschaft
prägen. Die Systempictogramme prägen vielleicht das Stadtbild, aber nicht
das Denken der Menschen. Dazu kommt bei Gabriele Basch das Problem, daß die
Logos zu verschwommen und grobgerastert sind, als daß man sie genau
unterscheiden könnte. In unserem Falle sehen wir einen oberflächlichen
Versuch, komplexe Systeme zu begreifen, ohne sie angemessen vermitteln zu
können. Was
sollen die veschwommenen Logos den Passanten verraten? Vermutlich nichts -
sie werden drüber hinweggehen. Die Vermittlung einer im Ansatz eventuell
gelungenen Idee schlägt hier in der Umsetzung fehl.
Ergebnisse
Heinrich-Heine-Straße: Susanne Ahner. Übergänge
Friedrichstraße: Frank Thiel. Leuchtkasten