Es entsteht ein vornehmlich unterirdisches System (an manchen Stellen sind die Tafeln von der Stadtoberfläche durch die Notausgänge zu lesen) von Begriffen, die dem/r Vorbeifahrenden nur zum Teil erschlossen werden kann. Der Stehende in der U-Bahn kann nur einen kleinen Teil des Systems sehen. Durch die Bewegung, durch das Überschreiten der Übergänge soll es erst verständlich werden. Aus der ehemaligen Trennung wird hier das verbindende Moment gesucht, aus der Abgrenzung wird heute der Übergang. Waren in der Zeit der Ost/Westblöcke die Fahrten der Westberliner U-Bahn durch die Ostberliner Bahnhöfe jeweils eine Fahrt durch die Isolation, das Licht wurde gedämmt, die Bahnsteige waren bis auf patrouillierende Soldaten menschenleer, sind die Bahnhöfe und Fahrten mit der U-Bahn heutzutage eines der wichtigesten Mittel des Überganges geworden.
Der guten Idee fehlt leider der letzte Schliff: der Sinn der Worte scheint ein wenig beliebig, die Idee des Verbindenden und des Trennenden durch die Wortwahl geschwächt. Obwohl Susanne Ahner als einzige den lobenswerten Vorschlag gemacht hat, den Unwissenden mit einer Broschüre zur Seite zu stehen, wirkt die Arbeit am Ende aufgrund der konzeptuellen Mängel leider etwas undurchdacht und reizlos.