Ahlen wurde offensichtlich von einem bischöflichen Hof zu einer befestigten
Anlage an der Südostgrenze des Territoriums gegen die Grafschaft Mark und
gegen die Bestrebungen des Kölner Erzbischofs entwickelt. Im Fall von Ahlen
trat am deutlichsten Dietrich III. hervor, der Bruder des Friedrich von
Isenburg, der den Kölner Erzbischof und Städtegründer Engelbert von Köln 1225
erschlug. Beide bekämpften den kölnischen Dukatsanspruch über Westfalen.
Stadtrechtsverleihung und Marktrechte dienten zur Ansiedlung von Kaufleuten
in dieser auf einer wichtigen Fernstraße liegenden Stadt. Ahlen hatte somit
eine Doppelfunktion als Festungsanlage und als nah- und fernwirtschaftlichem
Umschlagplatz inne. Die Stadtwerdung Ahlens war Teil eines planmäßigen Ausbaus
der fürstlichen Territorialmacht der Bischöfe von Münster. Die Kaufleute
spielten in der Stadt eine untergeordnete Rolle, die Rolle der Ackerbürger als
wirtschaftlich Handelnde war vermutlich wichtiger in einem Netz von
Nahmarkt und Fernhandel. In einer Zeit, als sich nach dem Sturz Heinrichs des
Löwen die kleineren Fürsten um die Konsolidierung und Ausweitung ihrer
Herrschaft bemühten, war es von zentraler Bedeutung, das Territorium durch
die Förderung von Siedlungen zu Städten und eventuell durch komplette
Neugründungen von Städten als militärische Stützpunkte zu festigen. In diesem
Rahmen ist die Stadtwerdung Ahlens als ,,territorialpolitische
Notwendigkeit``
zu sehen.