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Wirtschaftliche Verflechtung

Neben dem Markt östlich der Bartholomäuskirche, der dem direkten Umland diente, entwickelte sich in Ahlen entlang der West-Ost-Straße ein Straßenmarkt des Fernverkehrs. Für den Nahmarkt wurde das ,,Ahlener Maß``[*] entwickelt, mit dem auch im benachbarten Beckum gemessen wurde. Das Auftauchen von Ahlener Kaufleuten in hansischen Kämmereirechnungen in Lübeck im 13. Jahrhundert[*] könnte Ahlen auch als (kleinen) Umschlagplatz im Fernverkehr ausweisen. Die Lage auf der Fernverkehrstraße von Dortmund über Osnabrück nach Bremen und das Marktrecht von 1214 sprechen dafür. Von einem Stapelrecht in Ahlen ist jedoch nichts bekannt, aber dies ist für eine Stadt in der Größe wohl auch nicht verwunderlich. In erster Linie dürfte die Bedeutung Ahlens in wirtschaftlicher Hinsicht wohl in einem Unterzentrum eines ,,großen und leistungsfähigen Umlandes, 3#3...4#4 3#3mit4#4 relativ gute Böden``[*] zu suchen sein.

Ahlen wurde offensichtlich von einem bischöflichen Hof zu einer befestigten Anlage an der Südostgrenze des Territoriums gegen die Grafschaft Mark und gegen die Bestrebungen des Kölner Erzbischofs entwickelt. Im Fall von Ahlen trat am deutlichsten Dietrich III. hervor, der Bruder des Friedrich von Isenburg, der den Kölner Erzbischof und Städtegründer Engelbert von Köln 1225 erschlug. Beide bekämpften den kölnischen Dukatsanspruch über Westfalen. Stadtrechtsverleihung und Marktrechte dienten zur Ansiedlung von Kaufleuten in dieser auf einer wichtigen Fernstraße liegenden Stadt. Ahlen hatte somit eine Doppelfunktion als Festungsanlage und als nah- und fernwirtschaftlichem Umschlagplatz inne. Die Stadtwerdung Ahlens war Teil eines planmäßigen Ausbaus der fürstlichen Territorialmacht der Bischöfe von Münster. Die Kaufleute spielten in der Stadt eine untergeordnete Rolle, die Rolle der Ackerbürger als wirtschaftlich Handelnde war vermutlich wichtiger in einem Netz von Nahmarkt und Fernhandel. In einer Zeit, als sich nach dem Sturz Heinrichs des Löwen die kleineren Fürsten um die Konsolidierung und Ausweitung ihrer Herrschaft bemühten, war es von zentraler Bedeutung, das Territorium durch die Förderung von Siedlungen zu Städten und eventuell durch komplette Neugründungen von Städten als militärische Stützpunkte zu festigen. In diesem Rahmen ist die Stadtwerdung Ahlens als ,,territorialpolitische Notwendigkeit``[*] zu sehen.


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stern89 2001-09-09