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Obwohl das Thema nur in Ansätzen gestreift werden konnte, läßt sich
zusammenfassend über die Stadtbildung im Oberstift im 13. Jahrhundert sagen,
daß sie in erster Linie auf die planerischen Initiative
der Bischöfe von Münster zurückgehen. Es konnte die Annahme Carl Haases,
die Stadtwerdung sei ,,zumindest in vielen Fällen ``
bis 1240 einem Zusammenspiel von Dynasten und Kaufleuten zu
verdanken, nicht bestätigt werden. Vielmehr
entspringen sie strategischen Überlegungen der künftigen Landesherren. Sie waren, wie Heinz Stoob es für
Ahlen zusammenfaßte, territorialpolitische Notwendigkeiten.
In der Entwicklung von Münster, Coesfeld, Warendorf und Ahlen lassen sich
zwar wichtige Impulse von Bürgern zur Festigung ihrer Rechte und Freiheiten,
besonders der wirtschaftlichen Freiheiten ausmachen, doch ein
Auftreten von Gründungsunternehmern ist nirgends zu erkennen.
Lediglich in Coesfeld dürfte der Einfluß der handeltreibenden Bürger
besonders stark sein, doch diese These harrt bis heute noch einer genauen
Analyse. Die Städtepolitik des Bischofs von Münster im 13. Jahrhundert war
geprägt durch den Willen, das Machtvakuum in Westfalen nach dem Sturz Heinrichs
des Löwen 1180 zum Ausbau der eigenen Herrschaft zu nutzen.
In Konkurrenz zum Kölner Erzbischof, zu den Grafen von der Mark, den
Edelherren zu Horstmar und anderen Herren, die im Laufe der Zeit bestimmte
Rechtstitel wie das Vogteiamt erblich an sich gezogen hatten, versuchen die späteren
Fürstbischöfe, Stück für Stück ihr Einflußgebiet zu konsolidieren, zu
erweitern und militärisch, politisch und wirtschaftlich zu festigen. Städte
und Weichbilde waren das geeignete Mittel, das Land zu
verteidigen und die Wirtschaft zu fördern. Die Vereinheitlichung des
Rechtsraumes und die Befestigung des Landes durch Städte erhöhten die
Sicherheit der Händler und den Austausch der Waren. Die Etablierung der
Bischöfe als Fürsten über das flächenmäßig größte geistliche Territorium, dem
Hochstift Münster, und Münsters als der wichtigsten Stadt Westfalens ab dem
Ende des 15. Jahrhunderts geht auch auf die erfolgreiche Städtepolitik der
Bischöfe im 13. Jahrhundert zurück.
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stern89
2001-09-09