next up previous
Nächste Seite: Quellen Aufwärts: buero_berlin Vorherige Seite: Hermann Pitz

Fritz Rahman

Durch sein zweijähriges Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Aachen kam Rahmann bereits den Wekrstoffen und der Konstruktionsbedingungen von Stadt und öffentlichem gebautem Raum näher. Sein Eingriff in das Geschehen des U-Bahnhofs lehnt sich an diese Erfahrung an: Er simuliert auf der oberen Bahnplattform und auf dem Treppenabsatz an der Straße eine Baustelle. Rot-Weißes Absperrband, eine Plastikplane, Bausteine und Holzbohlen zeigen den U-Bahnfahrern, daß es sich hier um Bausstellen handelt. Ein Plastikschlauch verbindet den oberen ,,Arbeitsbereich`` über die Treppe mit dem unteren an der Straße. Offensichtlich regnete es an diesem Tag, denn über den Schlauch fließt Regenwasser von dem durch Abdeckfolie, Holz und Steinen geformte ,,Becken`` in das untere Becken hinab. Der Grund für diese Konstruktion wird wohl niemanden auf den Gleisen eingeleuchtet haben. Beim Runtergehen der Treppe werden sie durch das Absperrband auf etwas ungewöhnliches aufmerksam gemacht und zur Vorsichtig gemahnt. Aber werden sie sich auch Geanken machen, was das Ganze überhaupt soll? Fritz Rahmann versteht seine Arbeit als Hinweis zum bestehenden Ort und nicht als Kunstwerk, das als solches gelesen werden muß: ,,Der primäre Gegenstand der Betrachtung ist in jeder Situation ein anderer und soll sich dem Betrachter unvermittelt zeigen. Auch wenn meine Eingriffe drastisch sind, sind sie nicht positiv zu verstehen, haben in meinen Augen keinen symbolischen Charakter, sondern sind konkrete, funktionelle Maßnahmen, um die Stelle als Ausstellung einzurichten, begehbar und sichtbar zu machen.``[*]


Zitatesammlung:

,,Man könnte den Begriff ,,Öffentlicher Raum`` als Begriff künstlerischen Materials auffassen wie die Bildhauerei

,,Welche Räume? Nicht künstliche, neue Räume zu inszenieren ist das Motiv, sondern den Realraum mit seinen ihm eigenen Ausdruck, seiner Zeit, seiner Sprache zu nutzen, auf ihn zu reagieren. Er ist der Anlaß einer Arbeit, auf ihn ist sie bezogen.`` (Christine Ulke und Sigrun Drapatz, Faltblatt eines Referates vom 16.6.1993, S. 3 - Dickel fragen!)

Meschede in Valencia 1994: ,,Unter diesem Aspekt sind die Skulpturen, die Hermann Pitz, Raimund Kummer und Fritz Rahmann in der Zeit von 1978 bis 1984 unter der Bezeichnung Büro Berlin initiiert haben, verankert in Konzeptionen der amerikanischen land-art. Berlin war zu dieser Zeit der Territorium, extreme Gegensätze von Verfall und Gestaltung, Natur und Stadt, offener Landschaft und Enge.`` (S. 15)

Das Büro Berlin ruhe nur nach Kummers Aussagen nach. (S. 15) Konzeptuelle Kunst vom Büro Berlin gegen die gestisch-expressionistische Malerei der Jungen Wilden vom Anfang der 89er Jahre.

,,Soziales Territorium`` (Pitz zitiert in Meschede, Valencia 1994, S. 21) als erweiterter Kunstbegriff à la Beuys, ,,soziale Plastik``, jedoch mit einem sprachlichen Bezug, nicht inhaltlich: Beuys wendet ihn auf Prozesse, gesellschaftlicher und struktureller Art an, die bei Pitz als ortsbezogenen Begrifflichkeiten genutzt werden: ,,Ausgelöst durch eine begriffliche Analogie und im Vergleich mit künstlerischen Konzepten, die beide auf spezifische Situationen reagieren, wird der Unterschied einer Künstlergeneration nach Beuys erkennbar. Pitz arbeitet ohne einen begrifflich fixierten Anspruch auf gesellschaftliche Veränderung, er begrnzt seine Arbeit auf das Archivieren. $[$...$]$ An die Stelle einer allgemeinen Anspruchs von Gültigkeit der künstlerischen Utopie (Beuys) ist die Vorstellung getreten, fsß in der subjektivistisch-individuellen Sich die mögliche Utopie liegt.`` (Meschede, Valencie 1994, S. 21)

Romtantik, Vorliebe für Runinen, Berlin als Ruine, Beuys, Matta-Clark, Smithson.


next up previous
Nächste Seite: Quellen Aufwärts: buero_berlin Vorherige Seite: Hermann Pitz
stern89 2001-07-18