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Hermann Pitz

Die Neuinszenierung Gleisdreieck war die erste Außenarbeit von Hermann Pitz. Die Arbei ist ein Artefakt und besteht aus einer 6cm hohen Plastikfigurine (Fotograf) in einem Blechmodell einer Seilbahn, die auf etwa 110m entlang des Bahnsteigs langsam hin und her fährt. Observation der Passagiere, Irritation der Hinschauenden, Argumentation des Verstehenden. Ein Foto dieser fotografierenden Figur wird 1990 von Pitz in der Ausstellung OEuvres récentes (des autoportraits y compris) in der Galerie Baronia, Brüssel, 1990, gezeigt, das wiederum in der Arbeit ,,Selbst`` aus dem selben Jahr durch den vielfachen Abguß der Berliner Figur erweitert. Die Figuren stehen verteilt auf einem Schachbrett, das auch einem Tisch plaziert ist. Das Motiv des Fotografierenden erweist sich als eine Konstante in seinem Werk. 1990 gibt es eine weitere Arbeit von Pitz, die ihn in fotografierend in der selben Pose zeigt wie seine Berliner Vorgängerfigur (,,Pitz vu par Kleineffen``), samt Kappe und Kleidung der Touristenfigur. An dieser Stelle steigt die U2 aus dem Tunnel auf und verschwindet bald wieder in der Erde - also Seilbahn, oberirdisch Alpenhaft und Überschau über Berlin - Aussicht auf die Stadt.

Panorama: ,,Das Organisatorische, die Arbeit an den Produktionsbedingungen war inzwischen als Teil der künstlerischen Tätigkeit überhautp identifiziert worden.`` (S. 52) Pitz war für die Organisation zuständig. Einladung von Künstlern aus ganz Europa zu ortsbezogenen Arbeiten in Berlin (1980/81): Strei zwischen Kummer/Rahman und Pitz über Kolegialität und künstlerischer Qualität.

Meschede in Panorama. Pitz zit. ebd.: ,,Die PRoduktionsbedingungen sind keine Begleitumstände, sie werden im Produkt sichtbar. Die Qualität eines Kunstwerkes besteht wesentlich darin, die Struktur eines Zustandekommens nicht zu verbergen.`` (S. 26) Werke werden auf Zeit realisiert: Kritik am Monument und am Monumentalen. ,,Es entsteht eine Topographie vergänglicher Orte und eine Chronologie der Bilder, auf die eine von persönlichen Erlebnissen geprägte Erzählstruktur fermentartig einwirkt. In der Konsequenz dieses Produktionsbegriffes liegt auch die Bedeutung der Photographie, die als neue Medium aufgrund ihrer Möglichkeiten, Zeitpunkte zu fixieren eine formal bedeutsame Stellung einnimmt.`` (Meschede, S: 28, Panorama) FOTOGRAF IM GLEISDREICK - ÜBRIG GEBLIEBEN IST NUR NOCH EIN FOTO DER INSZENIERUNG!


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stern89 2001-07-18