Historischer Kontext: Kurzer Abriß der Berliner Mauer

Die Trennung Berlins durch die sog. ,,Berliner Mauer`` ist die Folge des vorlorenen 2. Weltkrieges und die Aufteilung Deutschlands und der damaligen Reichshauptstadt Berlin in vier Besatzungszonen. Nachdem am 8. Mai 1945 der Krieg offiziell für beendet erklärt wurde und Deutschland kapituliert hat, geben die Alliierten die Vier-Mächt-Erklärung von Berin ab. In die von russischen Soldaten befreite Stadt rücken im Juli 1945 die drei weiteren alliierten Armeen, die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Franreich ein. Nach anfänglicher Zusammenarbeit der vier Siegermächte zeichnet sich eine getrennte Entwicklung der östlichen, sowjetischen Besatzungszone und der 3 westlichen ab. Nach vollzogenen Währungsreformen mit unterschiedlichen Systemen in Ost- und West-Berlin erreicht die Ost-West-Konfrontation ihren vorläufigen Höhepunkt mit der von der UdSSR angeordneten Blockade der 3 Westsektoren im selben Jahr. Durch die Lüftbrücke und den sog. ,,Rosinenbombern`` werden die Westbezirke von den Amerikanern mit dem Lebensnotwendigsten versorgt. Das New Yorker Abkommen vom Mai 1949 beendet einvernehmlich die Blockade. Berlins Doppelstatus und Konfrontationspunkt zwischen Ost und West verfestigt sich. Die Trennung der Stadt nimmt seinen Lauf. Geopolitisch und -strategisch wird die Trennung durch die Gründung der BRD im Mai 1949 und der DDR im Oktober des gleichen Jahres zementiert. Bonn wird Bundeshauptstadt, Berlin de facto gegen die Vereinbarung des Vier-Mächte-Abkommens Hauptstadt der DDR. Die vorläufig letzte Chance auf deutsche und berliner Wiedervereinigung nach dem Angebot eines Friedensvertrags mit Deutschland von Seiten der UdSSR an die Alliierten Mächte im März 1952 scheitert an Adenauers Widerstand im Sinne seiner Politik der Westanlehnung. In folge der Ablehnung wird die Demarkationslinie zwischen BRD und DDR durch Sperrzonen und Schutzstreifen ausgebaut.

Die logische Folge nach der Gründung der beiden deutschen Staaten wird im März 1954 und Mai 1955 vollzogen: Als erste wird die DDR durch die UdSSR für souverän erklärt und über ein Jahr später wird auch in der BRD die volle Souveränität proklamiert. Die fortschreitende Blockbildung von Ost- und West-Berlin wird durch den Beitritt der BRD in die NATO im Mai 1955 und den der DDR in den Warschauer Pakt im Januar 1956 vorangetrieben. Es folgen erneute Krisen, Einschränkungen des Reiseverkehrs und die Aufkündigung des Interzonenabkommens bis schließlich im August 1961 im Zuge der völligen Schließung der deutsch-deutschen Grenze mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen wird. Zwei Monate später steht Berlin kurz vor dem Ausbruch von kriegerischen Handlungen, als sich die USA und die UdSSR am Checkpoint Charlie militärisch konfrontieren. Stacheldraht und Todesstreifen festigen den sog. antifaschistischen Schutzwall, der aber besonders der Verhinderung der Wirtschaftsmigration und der sog. Republikflucht diente.

Nach Jahren des Kalten Krieges, der lückenlosen Trennung von Ost und West und dem Einfrieren der Verhältnissen im von Kennedy und Chrutschow betriebenen Status Quo der 60er Jahre, fangen die Blöcke unter anderem durch die von Willy Brandt betriebene Ostpolitik anfangs der 70er zu schmelzen an. Das Vier-Mächt-Abkommen vom September 1971 ist ein erster Schritt in Richtung Wandel durch Annäherung, der von dem Inkrafttreten der Ostverträge im Juni 1972 und des Vertrags über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der BRD und der DDR ein Jahr später gefolgt wird. Während der 70er und 80er Jahre entspannen sich die Beziehungen zwischen BRD und DDR, Ständige Vertretungen werden eingerichtet (Juni 1974), Selbstschußanlagen an der Grenze abgebaut (September 1983), Erleichterungen des Reiseverkehrs vereinbart und im September 1987 reist der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker offziell nach Westdeutschland.

Im Zuge der von Michail Gorbatschow Mitte der 80er verkündeten Prestroika, der globalen politischen Entspannung und der wirtschaftlichen Krisen formiert sich langsam zum Ende der 80er Jahre eine breite Opposition zum realexistierenden Sozialismus. Nachdem Anfang der 80er Jahre in Polen die Widerstandsbewegung Solidarnosc durch die Militärdiktatur General Jaruselzkis unterdrückt wurde, formierten sich 1988 die ersten öffentlichen Proteste gegen die Diktaturen des Proletariats. Nach den Besetzungen von bundesdeutschen Botschaften in Ost-Berlin, Prag, Warschau und Budapest im Juli 1989 durch Bürger der DDR um eine Ausreise in den Westen zu erzwingen formieren sich ab Augsut die sog. Montagsdemonstrationen in Leipzig. Die ungarisch-österreichische Grenze wird für DDR-Bürger im September 1989 geöffnet und die Ausreiswilligen aus den anderen Botschaften können mit Sonderzügen über das Gebiet der DDR ausreisen. Obwohl es im Oktober 1989 zu den Feiern zum Vierzigsten Jahrestages der Gründung der DDR zu zahlreichen öffentlichen Protesten kommt, scheint die DDR nicht in ihren Grundfesten erschüttert zu sein. Keiner kann zu diesem Zeitpunkt voraussagen ob die Soldaten der Nationalen Volksarmee den Widerstand mit Gewalt wie 1980 in Polen unterdrücken würden.

Nach massiven Druck durch die Proteste auf der Straße und mangelnder politischer Unterstützung tritt Erich Honecker im Oktober 1989 zurück. Das Politbüro der SED folgt ihm einen Monat später. Am 9. November 1989, dem Tag der Abdankung des Kaisers 1918, dem Tag der Reichsprogromnacht 1938, verkündet Schabowski im Fernsehen die Öffnung der Mauer und der Grenze der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland.



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